30. Barockfestspiele

von Samstag den 20. bis Sonntag den 28.08.2022

Dieses Jahr fallen gleich 2 Jubiläen zusammen: es sind nicht nur die 30. Barockfestspiele, sondern auch die erste urkundliche Erwähnung von Batzdorf Jaährt sich zum 750. Mal. Daher werden diese Barockfestspiele etwas besonderes.

Das Musikfest der Batzdorfer Hofkapelle findet seit 1993 alljährlich auf Schloss Batzdorf statt. Die Festspiele haben sich mittlerweile einen Kultstatus erspielt. In dem besonderen Ambiente (Renaissance-Rittersaal und grossen Weinkeller) des Schlosses können die Besucher Konzerte geniessen, dargeboten vom Haus- und Hofensemble Batzdorfer Hofkapelle sowie anderen bekannten Musikern.

Die Programmübersicht:

Samstag den 20.08.2022 um 19 Uhr
Marc’ Antonio e Cleopatra von Johann Adolf Hasse

Oper für Sopran, Alt und Orchester und Live-Painting
Isabel Schicketanz – Sopran/Cleopatra, Julia Böhme – Alt/Marc’Antonio, Bettina Zimmermann – Live Painting, Batzdorfer Hofkapelle

Sonntag den 21.08.2022 um 18 Uhr
Marc’ Antonio e Cleopatra von Johann Adolf Hasse
Dienstag den 23.08.2022 um 19 Uhr
An die Einsamkeit

Lieder und Streichermusik in Sachsen aus der Zeit nach dem 30 jährigen Krieg
Julla von Landsberg, Batzdorfer Hofkapelle

Mittwoch den 24.08.2022 um 19 Uhr
Das melodramatische Cembalo

Zum 300. Jubiläum des böhmischen Komponisten Georg Anton Benda
Alena Hönigová – Cembalo

Donnerstag den 25.08.2022 um 19 Uhr
Garlic & Onions / The Glory Of The Kitchen

Songs and Tunes from John Playford’s The English Dancing Master
The Playfords

Freitag den 26.08.2022 um 19 Uhr
Behold a wonder here

John Dowland und der RUNDE TISCH um 1600
lautten compagney BERLIN, Wolfgang Katschner

Samstag der 27.08.2022 um 17 Uhr
Claudio Monteverdi – Marienvesper

Ensemble Polyharmonique / Belgien

Samstag der 27.08.2022 um 21 Uhr
Musicke & Mirth – Musik und fröhlicher Schalk

Irene Klein / Jane Achtman – Violen da Gamba

Sonntag der 28.08.2022 um 15.00
Chormusik im Kapellenhof

Mein Herz ist bereit – Motettender Hillersammlung
Sächsisches Vocalensemble, Matthias Jung

Sonntag der 28.08.2022 um 18 Uhr
30 Jahre Batzdorfer Hofkapelle / Jubiläumskonzert

“Per l’orchestra di Dresda” Musik für die Dresdner Hofkapelle
Batzdorfer Hofkapelle

Der Kartenvorverkauf und die Kartenreservierungen sind online und telefonisch ab der 23 Kalenderwoche möglich.

Die Programmpunkte im Detail:

Marc’ Antonio e Cleopatra (1725)

von Johann Adolf Hasse 1699 – 1783
Serenata für Sopran, Alt und Orchester mit Live-Painting

“Mit dieser Serenata erwarb sich Herr Hasse so vielen Beyfall, dass ihm gleich darauf die Musik der […] auf dem königlichen Theater vorzustellenden Oper zu verfertigen anvertrauet wurde. Und diese Oper hat ihm den Weg zu seinem künftigen Glücke gebahnet.” Johann Joachim Quantz

In unserer Inszenierung werden die innere Handlung, die wechselnden Emotionen der Protagonist*innen vom verliebten Wiedersehen zu Beginn bis zum gemeinsamen Suizid am Ende assoziativ im bildnerischen Medium des Live Paintings parallel zur Musik ergänzend und erhöhend durchlaufen.

Isabel Schicketanz – Sopran/Cleopatra
Julia Böhme – Alt/Marc’Antonio
Bettina Zimmermann – Live Painting
Batzdorfer Hofkapelle

An die Einsamkeit

Lieder und Streichermusik in Sachsen aus der Zeit nach dem 30 jährigen Krieg
Mit Werken von A.Krieger, J.P. Krieger, J.W. Furchheim, D. Pohle u.a.

In den Zeiten der schlimmsten Verwüstungen und des größten Elends kurz nach dem 30 jährigen Krieg, erblühte ein kraftvoller künstlerischer Neubeginn, eine Eruption unerschöpflicher Kreativität, ein Liederschaffen sonder Gleichen in Deutschland. Nach den Schrecken des Krieges, geprägt von der Melancholie und tiefer Trauer aber auch von heiteren, fröhlichen Texten mit optimistischem Blick nach vorne, entstand in den Jahren zwischen 1650 und 1680 ein Korpus von mehreren 1000 Liedern – künstlerischer Ausdruck des unbesiegten Willens zum Weiterleben. Die Batzdorfer Hofkapelle suchte aus dieser Fülle einige der anrührensten Lieder für dieses Konzert aus und verbindet sie mit 5stimmiger Streichermusik der Zeit.

Julla von Landsberg – Sopran
Batzdorfer Hofkapelle

Das melodramatische Cembalo

Zum 300. Jubiläum des böhmischen Komponisten Georg Anton Benda (1722–1795)
Alena Hönigová – Cembalo

Georg Anton Benda ging vor allem als Melodramenkomponist in die Musikgeschichte ein. Der Stil des Komponisten wurde von den am Hof Friedrichs II. in Berlin verbrachten Jahren geprägt, wo er die Verfeinerung eines neuen Musikstils erleben konnte, gepflegt von seinem Bruder, dem berühmten Geiger und Komponisten Franz Benda, und dem Cembalisten und Komponisten C.P.E. Bach. Die Ausdrucksmittel dieses Stils, genannt Empfindsamkeit, hat er jedoch auf ganz originelle Weise weiterentwickelt. Die musikalischen Figuren und Effekte, die die feinen Nuancen intimer und oft widersprüchlicher Gefühle ausdrücken sollten, verband er mit einer klaren Deklamation, damit gesprochenes Wort und Musik eine möglichst starke dramatische Wirkung erzielten. Auch in seinen abstrakten Sonaten verwendete Benda die für Melodramen entwickelten Ausdrucksmittel und kompositorischen Figuren. Sie verbergen eine Reihe von Geschichten.

Garlic & Onions / The Glory Of The Kitchen

Songs and Tunes from John Playford’s The English Dancing Master
The Playfords

Deftige Balladen der Renaissance, Tanzmelodien aus der Sammlung John Playfords (1623-1686), Kompositionen von Thomas Campion (1567-1620) und Tobias Hume (ca.1569-1645) und historischer Folk in eigenen Arrangements.
Man nehme 6 MusikerInnen mit einem ausgeprägten Hang zu Alter Musik, gebe herzhafte englische Tänze ihres Namensgebers John Playford (1623-1686) hinzu, hebe Balladen und Lautenmusik der britischen Renaissance sowie einen guten Schuss Folk unter und verquirle alles lustvoll mit ordentlich Authentizität, Spontanität und Improvisation. Vorsicht: Das Ergebnis kann Spuren heutiger Musik enthalten.
Serviert wird ein sinnliches bis deftiges Programm, das die Sehnsucht vergangener Zeiten nach unverfälschtem Leben auf dem Land in die Ohren bringt. Gespickt mit erstaunlichen Geschichten von Landmädchen und Stadtkerlen, von übermäßigem Tabak- und Alkoholgenuss, versetzt mit rauschhaften Träumen und schwermütigen Weisen, abgeschmeckt mit ausgelassenen Tänzen und bitteren Liedern. Groovige Tanzbarkeit, augenzwinkernde Zweideutigkeit, abgrundtiefe Melancholie und überschäumende Leidenschaft sorgen für ein ausgewogenes Menü. Als Beilage werden Kochbücher des 17. Jahrhunderts rezitiert. Es lebe die gute Küche!

The Playfords: Das fünfköpfige Ensemble gründete sich 2001 in Weimar, angeregt durch „The English Dancing Master“ von John und Henry Playford. In dieser erstmals 1651 erschienenen legendären Sammlung, dem Real Book seiner Zeit, sind bekannte Melodien mit passenden Tanzanweisungen notiert, aber ohne Arrangement. Harmonien, Basslinien und Variationen wurden improvisiert und stark beeinflusst von Vorlieben und Talent der Ausführenden. Eine willkommene virtuose und kreative Herausforderung für jeden Musiker – damals wie heute. The Playfords, allesamt Spezialisten ihres Fachs, stellen sich mit ihrer spielerischen Herangehensweise in diese Tradition.

Behold a wonder here

John Dowland und der RUNDE TISCH um 1600
lautten compagney BERLIN, Wolfgang Katschner

Ein kleines Wunder der Musikgeschichte sind die Liederbücher John Dowlands.
Beginnend mit dem Jahr 1597 erschienen mehrere seiner “Books of Songs and Ayres”. In ihrer einzigartigen Qualität der Verbindung von Text und Musik lassen sie sich durchaus mit den Liedern anderer berühmter Musiker wie Henry Purcell, C.Ph.E.Bach, Franz Schubert oder Johannes Brahms auf eine Stufe stellen. Viele der Ayres von Dowland sind ursprünglich für ein Vokalquartett mit der Begleitung von Laute und Gambe gedacht. Heute werden sie meist als Solosongs aufgeführt. Zu Lebzeiten von John Dowland gab es keinen Konzertbetrieb, wie wir ihn heute kennen. Das Musizieren war eher eine Art “PRIVATE MUSICKE”, wie der Titel eines Liederbuches von Martin Peerson (1571-1550) suggeriert. Die Mitglieder adliger und vornehmer bürgerlicher Familien konnten in der Regel Laute spielen, singen und tanzen. Man musizierte für sich selbst oder engagierte Profis und hörte ihnen im privaten Rahmen und im kleinen Kreis zu. Auch John Dowland war ein viel gebuchter und gefragter Lautenspieler.
Die “Books of Songs and Ayres” sind für diesen Zweck in einer ganz bestimmten Form gedruckt worden. Man sitzt gemeinsam an einem Tisch im Kreis und kann alle Parts aus einem Buch lesen. Einen solchen RUNDEN TISCH kennen wir zuletzt aus den gesellschaftlichen Transformationsprozessen der Wendejahre 1989 / 1990.

Ein kleines Wunder soll auch die Art der Wiederaufführung dieser Musik durch die lautten compagney im Jahr 2022 werden. 4 Sänger und 3 Musiker sitzen um den RUNDEN TISCH und musizieren Dowlands Lieder. Sie kommunizieren auf diese spezielle Art mit sich selbst und auch mit einem modernen Publikum. Die Klänge finden einen anderen Weg, als bei “frontalen” Darbietungen.

Claudio Monteverdi – Marienvesper

Polyharmonique

Das Ensemble Polyharmonique hat aus der Summe der Quellen seiner Musik, kombiniert mit Werken von Ignazio Donati, eine Marienvesper zusammengestellt, wie sie Mitte des 17. Jahrhunderts in Venedig als vespro da camera erklungen sein könnte.
In einer Besetzung mit nur 6 Solisten und dem Basso Continuo entfacht es diese musikalische Glut zu einem wärmenden Feuer, welches die Klarheit der Harmonie und die subtile Tonsprache Claudio Monteverdis in mannigfaltigen Farben leuchten lässt.
Ein Konzert voller Poesie, Andacht und prächtiger musikalischer Energie zur Ehrung der Seligen Maria, eine Vespro della Beata Vergine.

Ensemble Polyharmonique ist ein Kollektiv von Sängerinnen der vielfältigen ALTEN MUSIK-Szene Europas. Die Vokalmusik der Renaissance und des Barockzeitalters bilden das Kernrepertoire des Ensembles. Unter Berücksichtigung der historischen Aufführungspraxis vereint das Ensemble Ideen der Deutschen- und der Franko-Flämischen Gesangskultur zu lebendig poetischen Interpretationen. Die Basisbesetzung besteht aus 6 Gesangsolistinnen a cappella oder begleitet durch den Basso Continuo und kann je nach Programm variieren (4-13 Sänger/innen).

Musicke & Mirth – Musik und fröhlicher Schalk

Das Gambenduo Musicke & Mirth kommt zu seinem 25-jährigen Jubiläum nach Batzdorf!
Mit seinem gleichnamigen Programm spielt das Duo englische Lyra Viol Musik abwechselnd mit feinen Divisions:
Vielfältig und farbenfroh, Volksmelodien und Kunstmusik – von traurigen Pavanen über fingerfertige Galliarden bis hin zu extravaganten Divisons zeigt Musicke&Mirth alle virtuosen Möglichkeiten des englischen Gambenspiels im 17. Jahrhundert.

Mein Herz ist bereit

Motetten der Hiller – Sammlung u.a. von Homilius, Rolle, Graun und Harrer
Mitglieder des Sächsischen Vocalensembles
Leitung. Matthias Jung

Aus heutiger Sicht liegt die Vermutung liegt nahe, dass mit den Motetten Johann Sebastian Bachs der Gipfelpunkt und das Ende einer musikalischen Gattung markiert wurde.
Dabei harrt eine Vielzahl jüngerer Kompositionen aus den Reihen der Generation nach Bach unserer Wiederentdeckung. Die Gattung erlebte eine neue Blüte und es war es die erste Tat des neu gewählten Thomaskantors Hiller, die Motetten des Florilegium aus den Gottesdiensten zu verbannen und durch neue Motetten zu ersetzen.
Er griff dabei auf seine eigene Sammlung zurück, für die er die Werke dieser jungen Motetten-Generation zusammengetragen hatte. Hillers Auswahl enthält ein vielfältiges und reiches Repertoire, vom schlicht-schönen Strophenlied bis zum Chor-Bravourstück. Die Hauptmeister der Sammlung Hillers sind der Dresdner Kreuzkantor Gottfried August Homilius und der Magdeburger Musikdirektor Johann Heinrich Rolle, die zu Recht als die wichtigsten Motettenkomponisten der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts gelten können.
Viele der weiteren Komponisten gehören dem sächsischen Umfeld Hillers an. Es sind häufig Komponisten, die heute kaum noch dem Namen nach bekannt sind, aber mit den Beiträgen in Hillers Sammlung ihr kompositorisches Können beeindruckend unter Beweis stellen: Der frühere Thomaskantor Gottlob Harrer, der Dresdner Annenorganist Christoph Ludwig Fehre, der Meißner Kantor Johann Gottfried Weiske, der Merseburger Kantor Christian Friedrich Penzel sowie Homilius’ Dresdner Amtsvorgänger Theodor Christlieb Reinhold.
Nicht zum sächsischen Umfeld Hillers gehört der bereits 1759 verstorbene Berliner Kapellmeister Carl Heinrich Graun, der die Aufnahme in die Sammlung sicher seiner überregionalen Bekanntheit verdankte.

Jubiläumskonzert zum 30 jährigen Bestehen der Batzdorfer Hofkapelle 2022

“Per l’orchestra di Dresda”
Musik für die Dresdner Hofkapelle
Mit Werken von Händel, Telemann, Heinichen, Zelenka u.a.

Seid ihrem Gründungskonzert zu Pfingsten 1992 ist das Repertoire der Dresdner Hofkapelle ein wichtiges, Identität stiftendes Merkmal der Batzdorfer Hofkapelle.

Dresdener Opern, Intermezzi, Oratorien, Kirchenmusik, weltliche Kantaten, Orchesterwerke, Kammermusik des 17. und 18. Jahrhunderts waren und sind im Laufe der Jahrzehnte der immer wiederkehrende Kern ihrer Arbeit. Auch das Programm des Jubiläumkonzerts bildet diese langjährige Vorliebe und Verbundenheit ab.

Der Kartenvorverkauf und die Kartenreservierungen sind online und telefonisch ab der 23 Kalenderwoche möglich.

Das Schloß öffnet seine Tore:

ab 1,5 Stunden vor Beginn der ersten Veranstaltung des Tages bis 30 Minuten nach Ende der letzten Veranstaltung. Für Getränke und feine Snacks ist vor Ort gesorgt.

Lage des Schloss Batzdorf, AnreisemöglichkeitenInfos & Kontakt:

Telefon-Festnetz: 03521 459 1951
Mail-Adresse: service[ät]schloss-batzdorf.de

Veranstalter:

Batzdorfer Hofkapelle GbR
Schloßstrasse 2
01665 Klipphausen OT Batzdorf

Mit Unterstützung von:

 

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