27. Barockfestspiele

Das Musikfest der Hofkapelle

Dienstag, 27.08 – Sonntag, 01.09.2019

Die Batzdorfer Barockfestspiele finden seit 1993 alljährlich in der letzten Augustwoche auf Schloss Batzdorf statt. Die Festspiele haben sich mittlerweile einen Kultstatus erspielt. In dem besonderen Ambiente (Renaissance-Rittersaal und Weinkeller) des Schlosses können die Besucher Konzerte genießen, dargeboten vom Haus- und Hofensemble Batzdorfer Hofkapelle sowie anderen bekannten Musikern. Aktuelles Programm siehe –> weiterlessen.

Programm der 27. Batzdorfer Barockfestspiele 2019 / Schloss Batzdorf

27.8. / 20.00 Die schoen Magelona

eine fast lustige Historie von dem Ritter mit den silbern Schluesseln und von der Schoenen Magelona, gar lustig zu lesen

Corinna Harfouch
Christine Maria Rembeck – Sopran
Elisbeth Seitz – Salterio
Johanna Seitz – Harfe
Stephan Rath – Laute
Stefan Maass – Laute

28.8. / 20.00 Taußend Gulden

Musik aus den Sammelhandschriften »Codex Rost« (um 1680) und dem »Partiturbuch Ludwig« (1662)

capella vitalis – berlin

29.8. / 20.00 Israelsbrünnlein

weltliche und geistliche Vokalmusik des 17. Jahrhunderts

Opella Musica
Gregor Meyer – Leitung/Orgel

<p“>30.8. / 20.00 Strasse der Könige / Sonderkonzert im Meissener Dom

eine musikalische Pilgerreise im 17. Jh. entlang der Via Regia von Dresden nach Santiago di Compostella Maria Jonas – Sopran

Batzdorfer Hofkapelle

31.8. / 18.00 Franz Schubert – Die schöne Müllerin, zart besaitet

Georg Poplutz – Tenor
Antje Asendorf – Romantische Gitarre
Stefan Hladek – Quintbassgitarre

31.8. / 21.00 Von Liebe und Finsternis – Viola Apassionata

Italienische Virtuosenmusik des 16./17. Jh. für Viola da Gamba und Harfe Juliane Laake – Viola da Gamba

Martin Ehrhardt – Barockharfe

1.9. / 15.00 Fuego & Melancholye

Spanien und England im 16. Jahrhundert ensemble amarcord

1.9. / 18.00 Festkonzert der Batzdorfer Hofkapelle Anne Freitag – Traversflöte

Batzdorfer Hofkapelle

Kartenreservierung:

www.batzdorfer-hofkapelle.de
03521 – 4172504
Kartenpreise: 15,- / 20,-

 

Die Schoen Magelona

Das Motiv des Magelona-Romans ist orientalischen Ursprungs und auch aus einer Erzählung der Tausend und einen Nächte bekannt. Wahrscheinlich ist es auf dem Wege mündlicher Tradition aus den sarazenischen Siedelungen am Nordrand des Mittelmeers in Südfrankreich eingedrungen und dann nordwärts gewandert. Noch um die Mitte des vorigen Jahrhunderts wurde es als Märchen aus dem Volksmund aufgezeichnet.

Ob der Geschichte in der vorliegenden Gestalt eine langsame Entwicklung voraus ging, ist unbekannt. Dem ersten Lyoner Druck von 1480 gehen nur einige, wenige Jahre ältere Handschriften vorauf. Die Geschichte datiert sich selbst aus dem Jahr 1453; und aus demselben Satz des Eingangs glaubt man, auf eine ältere, wohl provenzalische Form zurückschließen zu dürfen.

Veit Warbeck, der Verdeutscher der Magelona, war ein Schwabe, bürgerlichen Herkommens, hatte mehrere Jahre an der Pariser Hochschule studiert und war mit französischer Art und Literatur wohl vertraut geworden. Als Prinzenerzieher und vielgewandter Diplomat stand er in kursächsischen Diensten und wußte sich in einer Zeit, als bei den mitteldeutschen Fürstenhäusern politische und verwandtschaftliche Beziehungen nach Frankreich sich anknüpften, gut geschätzt zu machen. Die Magelona übersetzte er wahrscheinlich zum Vergnügen seines Landesherrn, für den er auch eine ziemliche französische Bücherei zusammenbrachte. Erst 1535, nach dem Tode seines Freundes ließ Spalatin die Magelona mit einer Vorrede drucken „zu Augsburg, durch Heinrich Steiner“.“

Für die Verbreitung des Romans in Deutschland zeugen, neben den zahlreichen Drucken, viele Erwähnungen bei den Schriftstellern des 16. Jahrhunderts. Schon 1539 hat ein Ungenannter die Magelona dramatisiert, Hans Sachs bearbeitete sie in Jahresfrist dreimal, und der Frankfurter Buchführer Michael Harder verkaufte von dem Buch in einer Fastenmesse 176 Stück.

Corinna Harfouch
Christine Maria Rembeck – Sopran
Elisbeth Seitz – Salterio
Johanna Seitz – Harfe
Stephan Rath – Laute
Stefan Maass – Laute


Taußent Gulden

Der Codex Rost und das Partiturbuch Ludwig sind zwei bedeutende Sammelhandschriften mit Instrumentalmusik für Streicher, die einen umfassenden und differenzierten Einblick in das deutsche Musikleben in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts bieten. Während der Codex Rost (156 Sonaten) eher das süddeutsche bis italienische Feld abdeckt und sich auf die Gattung Triosonate konzentriert, liegt ein Schwerpunkt des Partiturbuch Ludwig (114 Sonaten) auf mittel- bis norddeutschen Komponisten und deckt ein breites Spektrum von der Solosonate bis hin zur 8-stimmigen Ensemblesonate ab.

Das Konzert der capella vitalis berlin konzentriert sich im wesentlich auf die Musik von Johann Heinrich Schmelzer (1623-1680) von dem Werke in beiden Sammlungen enthalten sind. Ebenfalls in beiden Sammlungen findet sich die Sonate „Taußent Gulden“ von Antonio Bertali (1605-1669).

Sowohl Schmelzer als auch Bertali wirkten als Violinisten und Komponisten am habsburgischen Hof in Wien. Ihre Kompositionen zeichnen sich durch eine hohe melodische Qualität und harmonischen Reichtum aus, die es ihnen ermöglicht ein breites Spektrum an Affekten und Emotionen auszudrücken.

Israelsbrünnlein

Das Vokalensemble  Opella Musica  debütierte 2011 mit einer CD-Produktion zu Ehren des Komponisten Johannes Eccard. Die Mitglieder zeichnen sich durch eine rege nationale und internationale Solistentätigkeit aus. Beides zusammen, Ensemblefähigkeit und solistisches Können, birgt die musikalische Grundkonzeption der Werkinterpretationen. Der Name des Ensembles entlehnt sich zweier Vokalwerksammlungen des Komponisten Johann Herrmann Schein aus den Jahren 1618 und 1623. Opella steht für „kleine Mühe“ und bezieht sich auf die Intention des Ensembles: die Aufführung großartiger Barockmusik in kleinster und damit transparenter Besetzung.

Gregor Mayer ist der Leiter des Gewandhauschores zu Leipzig und besticht durch einen frischen und unkonventionellen Zugang zu den ausgesuchten Werken.

Im ersten weltlichen Teil erklingen Madrigale von Hans Leo Hassler (1564-1612), Samuel Scheidt (1587-1654), Giovanni Giacomo Gastoldi (1553-1609) neben Volksliedbearbeitungen von Johannes Muntschick (1921-2007) und Volker Wangenheim (1928-2014).

Der zweite Teil ist Johann Hermann Scheins (1586-1630) Israelisbrünnlein gewidmet:

Die 1623 in Leipzig gedruckte Sammlung Israelisbrünnlein ist eine kompositorische Gipfelleistung, nicht nur innerhalb des Schaffens des seit 1616 in Leipzig als Thomaskantor wirkenden Komponisten, sondern darüber hinaus auch der deutschen Musik der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Unter den 26 Motetten finden sich 23 auf alttestamentarische Texte komponierte, die der Sammlung den Namen gaben. Hier vereinen sich weltlicher Madrigalstil mit der polyphonen Kunst der geistlichen Motette.

Isabel Schicketanz, Heidi Maria Taubert – Soprane
Susanne Langner – Alt
Tobias Hunger – Tenor
Friedemann Klos – Bass
Gregor Meyer – Orgel/Leitung


Die Straße der Könige

eine musikalische Pilgerreise im 17. Jh. entlang der Via Regia von Dresden nach Santiago di Compostela.

Ein gemeinsames Projekt der „Batzdorfer Hofkapelle“ und Ensemble für mittelalterliche Musik „Ala Aurea“- Maria Jonas und Karen Marit Ehlig.

Als die älteste und längste Landverbindung zwischen Ost- und Westeuropa verbindet die „Via Regia“, die „Straße der Könige“ heute über etwa 4.500 Kilometer das spanische Santiago de Compostela mit dem ukrainischen Kiew. Unsere musikalische Reise entlang dieser sagenumwobenen Pilgerroute beginnt in Dresden, führt über Leipzig, Eisenach, Mainz und Bingen in die französische Hauptstadt Paris und von dort über die Pyrenäen in das katalanische Kloster Montserrat und an das Ziel unserer Reise ins spanische Santiago de Compostela. Zeitpunkt unseres fiktiven Weges ist das letzte Drittel des 17. Jh..

Die Batzdorfer Hofkapelle besucht die Residenzstädte auf dieser Straße und spielt die neueste 5 stimmige Streichermusik der Zeit, an den deutschen Höfen geprägt von der expressiven Gewalt der italienisch beeinflussten Werke, in Frankreich von den eleganten, hochartifiziellen Tanzmusik, in Spanien von tief in der Volksmusik verankerten Weisen. Ala Aurea verbindet diese höfischen Stationen und der Welt der Pilgerreisenden mit mittelalterlichen Pilgergesängen aus den entsprechenden Regionen.

In dem Werk „Symphonies pour un reposoir“ Marc-Antoine Charpentiers treffen, vom Komponisten schon beabsichtigt, diese beiden musikalischen Welten, Mittelalter und Barock, unmittelbar aufeinander.


Franz Schubert – Die schöne Müllerin, zart besaitet

Der Tenor Georg Poplutz und die beiden Gitarristen Antje Asendorf und Stefan Hladek, die sich im renommierten Barrios Guitar Quartetkennengelernt und dort einige Jahre gemeinsam gespielt haben, gestalten auf neue und ungewohnte Weise Franz Schuberts Liederzyklus, den er 1823 auf die 1821 von Wilhelm Müller geschriebenen Gedichte komponiert hatte. Sie haben den originalen Klaviersatz bearbeitet für zwei historische Gitarren, was den Liedern einen einzigartigen, intimen Klangcharakter verleiht. Mit einer Romantikgitarre aus dem Jahr 1832 und dem seltenen Gitarreninstrument “Quintbass” als musikalische Partner interpretiert die Stimme von Georg Poplutz die Geschichte des jungen Müllersburschen auf der Suche nach Arbeit, nach einem Zuhause und nach seiner großen Liebe. Die Gitarre als Instrument der Wandersleute passt dabei besonders gut zum Liedtext. Asendorf und Hladek kommen mit dem zart besaiteten Klang, den sie ihren Gitarren entlocken, dem Klang des Hammerklaviers aus der Zeit Schuberts näher als der Klang des modernen Flügels, wie wir ihn heute kennen.

Das Arrangement für diese Besetzung entstand in gemeinsamer Arbeit der beiden Gitarristen Asendorf und Hladek als Auftragsarbeit der „Weilburger Schlosskonzerte“, in deren Rahmen es im Juli 2013 erstmals erklungen ist. Inzwischen liegt auch eine CD-Aufnahme vor (Spektral, 2014), die in der Kritik u.a. als „Glücksfall“ (operalounge) bezeichnet wurde und als „höchst erfreuliches Album, das jedem Kenner der ‚Müllerin‘ – zumal als Alternative – unbedingt ans Herz gelegt sei“ (klassik.com).

 

Von Liebe und Finsternis – Viola Apassionata

Italienische Virtuosenmusik des 16./17. Jh. für Viola da Gamba und Harfe
Werke von G.Frescobaldi, D.Ortiz, G.dalla Casa u.a.

Nichts hat Künstler aller Zeiten so sehr inspiriert und beflügelt wie die Liebe. Ob nun die Jungfrau Maria oder die Schöne aus der Nachbarschaft angebetet wurde-immer ist es die Liebe, die auch in der Musik die großartigsten Werke entstehen ließ.
Musikalischer Ausdruck dieser Hingabe war im 16. Jh. das Madrigal. Höchst kunstvoll und doch eingängig wurden einige Madrigale zu wahren Schlagern-jeder kannte sie, jeder liebte sie. Noch fast 100 Jahre nach ihrer Entstehung verfassten Komponisten höchst virtuose ambitionierte Bearbeitungen davon. Erleben Sie diese anrührenden Liebeslieder der Renaissance und ihre virtuosen Bearbeitungen voller Sinnlichkeit in der zauberhaften Besetzung von Viola da gamba und Harfe!

Juliane Laake – Diskant-/Bassgambe
Maximilian Ehrhardt – Barockharfe


Fuego & Melancholye

Spanien & England im 16. Jahrhundert

ensemble amarcord:
Wolfram Lattke Tenor Robert Pohlers Teno
Frank Ozimek Bariton
Daniel Knauft Bass
Holger Krause Bass

amarcord – das sind fünf Männerstimmen in perfekter Abstimmung von Harmonie und Klang, mit virtuoser Gesangskunst und musikalischer Poesie, mal ernst, sakral und feierlich, mal humorvoll, beschwingt und verjazzt.Dafür wurden die Sänger bei über 1.500 Konzerten in 50 Ländern der Welt umjubelt und zählen zu den wichtigsten Repräsentanten der Musikstadt Leipzig im In- und Ausland.

Die zweifachen ECHO-Preisträger präsentieren a-cappella-Gesang in höchster Perfektion und überschreiten mühelos die Grenzen der Zeit, der Stile und des Ausdrucks.

Auch wenn das Repertoire des Ensembles mühelos nahezu alle Grenzen überschreitet, so ist die Alte Musik doch ein besonderer Schwerpunkt bei der musikalischen Arbeit. So verwundert es nicht, dass die Sänger im Frühjahr 2019 für die CD „Leipziger Disputation“ mit dem Supersonic Award ausgezeichnet wurden und euphorische Kritiken erhielten. Im Zentrum dieser Produktion steht die zwölfstimmige Messe „Et ecce terrae motus“ von Antoine Brumel, die amarcord gemeinsam mit dem Calmus Ensemble und den Sopranistinnen Anna Kellnhofer und Isabel Schicketanz eingespielt hat.

Für Batzdorf hat amarcord ein Programm zusammengestellt, in dem die spanische Leidenschaft auf die Melancholie der britischen Insel trifft. Songs von John Dowland, Madrigale von Thomas Morley, Thomas Weelkes, Henry VIII, Juan del Encina oder Juan Vasquez werden genauso zu hören sein, wie spanische Ensaladas von Mateo Flecha. In den unterhaltsamen Ensaladas, eine besondere Form der spanischen Renaissancemusik, werden italienische und spanische bzw. katalanische Texte ebenso gemischt wie geistliche Lieder und volkstümliche Melodien. Ursprünglich sind die Ensaladas entstanden, um das Weihnachtsfest zu feiern. Aber sie widmen sich auch zahlreichen anderen Themen, wie die Stücktitel „La Bomba“ oder „El fuego“ schon vermuten lassen.

 

Festkonzert der Batzdorfer Hofkapelle

Im 27. Jahrgang unseres Festivals wird die Batzdorfer Hofkapelle das Festkonzert mit der Flötistin Anne Freitag bestreiten.

Anne Freitag zählt zu den vielseitigsten klassischen Flötistinnen ihrer Generation. Mit einem weiten Repertoire vom 15. bis ins 20. Jahrhundert spielt sie als erste Flötistin mit Originalklangkörpern wie B´Rock und dem Kammerorchester Basel.

Sie gewann mehrere internationale Wettbewerbe, darunter den Schmelzer-Wettbewerb Melk, den Solistenpreis des Graunwettbewerbs Bad Liebenwerda und den renommierten Wettbewerb Musica antiqua Brügge, und wurde als vielversprechendste Musikerin mit dem EUBO Development Trust Award ausgezeichnet.

Seit 2014 ist sie außerdem Dozentin für historische Querflöten, Renaissance-Consort und Kammermusik an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig.

Das gemeinsam während der Fetspiele erarbeitete Programm wird Werken von Georg Philipp Telemann und Carl Philipp Emanuel Bach besondere Aufmerksamkeit widmen.

Anne Freitag – Traversflöte
Batzdorfer Hofkapelle

 

* Kontakt, Kartenbestellung tel. 03521 417 25 04 weiterlesen –> Batzdorfer Hofkapelle

Geöffnet ab 2 Stunden vor Beginn der ersten Veranstaltung bis in die späten Abendstunden.

Die Schloßanlage ist aus Denkmalschutzgründen nicht barrierefrei.

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